20 May 2012 at 16:00
Der nicht Wasserfreie Borax ist bei kleinen Stahlteilen schwerer zu verarbeiten und bleibt nicht so gut auf dem Eisen, da er erst aufkocht und sich dann Aufbläht/Zusammenzieht/herabläuft. Dabei kann es sein das ein Teil neben dem Schmiedegut ins Feuer tropft

Ob groß oder klein,wenn ich mit der Temperatur zu niedrig bin und es mit einem Löffel auftrage kann das schon passieren,wenn ich einen Steuer nehme passiert mir sowas nicht,Alu Streudose mit Granulat angepassten Löchern hilft da weiter.
Und das mit dem Wasserfrei will da auch mir nicht in den Sinn,ab 110°C ist auch das kristalline Wasser verdampft und bei der Sache mit dem Ammoniumchlorid sagen die Chemiker das es bei der Verkochung verdampft,aber Ulrich schwört trotzdem drauf.

Zum Kleber,da gibt es einige sehr gute Industriekleber,Schuster sagt:kommt darauf an was man kleben will,mit Topfit klebe ich auch Schleifbänder.
Jetzt bekomme ich das ca.800-1000 g Glas für 10 €,wer bekommt es billiger.

Werde mal noch Borax bestellen ohne irgendwelche Formalitäten.

Gruß Maik
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21 May 2012 at 20:41
Hi Maik,
das mit dem Streuer werde ich mal ausprobieren.
Ich versuche möglichst früh aufzutragen, um auch möglichst früh Oxidation zu unterbinden.
Noch schlechter ist es aber beim Hartlöten.
Auch kostet es einfach Temperatur an der Oberfläche wenn man das Kristallwasser ausdampft.
Und es ist wohl anteilmäßig recht viel Kristallwasser gebunden, scheinbar fast die Hälfte des Gewichtes.

Wie schon gesagt man kommt zurecht, wenn ich die Möglichkeit hätte würde ich es aber Wasserfrei nehmen.

Und das mit dem Wasserfrei will da auch mir nicht in den Sinn,ab 110°C ist auch das kristalline Wasser verdampft ....

Das Kristallwasser ist fester gebunden als normales Wasser und löst sich teilweise erst weit über den 110°.

Beispiel Tonbrennen dort löst sich bei 105° das Absorptionswasser, das Kristallwasser aber erst  zwischen 400-900° nachzulesen in Link.

Borax ist da etwas gutmütiger, es wird bereits ab 400° wasserfrei.
Man kann sich das wasserfreie Borax aber auch selbst herstellen, indem man es eben erhitzt und danach wieder im Mörser mahlt.

In der Anleitung die ich im Kopf habe wurde nach und nach Borax eingeschmolzen, dann auf eine Eisenplatte zum Abkühlen gegossen und wieder gemahlen. Aber hierauf keine Gewähr, ich habs noch nicht ausprobiert. Wahrscheinlich muss man gar nicht so weit erhitzen, denkt an die Schutzausrüstung!!!!

Grüße,
Eisenbrenner
Last edit: 21 May 2012 at 20:46, Eisenbrenner
21 May 2012 at 22:24
Noch ein kleines Update, im Buch "Theorie und Praxis des Goldschmieds" sind auf Seite 146 die Eigenschaften von Borax erklärt.
(in seiner Eigenschaft als Hartlotflußmittel)
Was ich mit vorher mit Aggressiv meinte ist wohl eher "Reduzierend".
Einfach mal bei Google Books suchen mit den Begriffen "kristallwasser borax"
22 May 2012 at 08:46
Werde noch mal mit meinem Handformkeramiker sprechen aber wenn du einen Becher formst und der langsam auf ca.120°C bringst,kannst du ihn im Lagerfeuer möglichst langsam von Außen nach innen Brennen,Gefügesprünge gibt es aber mehrere je nach angestrebter Temperatur.

Habe mir 5 kg Amoniumchorid vor Jahren gekauft,etwas mit Borax verkocht und zermahlen.Als erstes ist mir negativ aufgefallen das es von der Hitze nach oben steigt und es in der Werkstatt anfängt vor einem zu Schneien und dann der Harnstoffgeruch.Wenn man Wasserfreies lagern will muß man es auch immer Wasserfrei aufbewahren,im Steuer mit "Normalem",reichen bei mir zwei große Kugellagerkugeln die auch beim streuen von nutzen sind.
Jetzt habe ich wohl noch um die 4Kg Amon... und keiner auf einem Sämft wollte was davon haben und ich auch nicht.

Wenn ich mit dem Sreuer bei Rotglut arbeite,schmilzt es auch gleich je nach Dosierung,gehe aber meist gleich höher,aber meine Päckchen sind nicht unter 1,5 Kg und da ist die Abkühlung nicht so bemerkbar.

Gruß Maik
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22 May 2012 at 14:28
Hi Eisenbrenner.

Bin mal dem Vorschlag von H. Dening gefolgt und hab Borax mit  Salmiak gemischt und so lange am Feuer reduziert bis es fast trocken war. 
Die Dampf und Geruchsentwicklung: Vom Feinsten!, als hätt dir ein Pferd in die Esse gepinkelt! Selten sowas tolles erlebt.
Nach dem Abkühlen wieder gemahlen und dann verwendet. Hat bei schwierigen Schweißungen schon was gebracht.
Hab dann aber Wasserfreies Borax gekauft und da, wenns erforderlich war a bisserl (~10%) Salmiak dazugegeben, stinkt zwar ordentlich, funktioniert aber sehr gut.
Wichtig isses beim Aufbringen des Flußmittels das Schweißgut nicht aus dem Kohlefeuer zu nehmen, und nach dem aufbringen schnell auf Schweißhitze bringen.
Beim Gasfeuer nehm ich das Packet bei ca 800° raus, bestreu es und fahre auf Schweißhitze, geht problemlos.

lg

Walter.
22 May 2012 at 19:05
Salmiak dazugegeben, stinkt zwar ordentlich, funktioniert aber sehr gut.

Das ist ja Ammoniumchlorid,hatte es 1:6 gepanscht.
Aber kannst du mit Gewissheit sagen ob es an der Mischung lag,dann müßtest du ja zwischendurch zum Vergleich nur einfach Borax mit Probleme verwendet haben,oder spielt da auch der Placebo-Effekt mit.

Gruß Maik
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22 May 2012 at 20:27
Also wenn ich mal meine bescheidene Meinung dazu geben darf: Ich habe die Erfahrung gemacht dass Borax aus dem Streuer oder Sand (bei Baustahl) direkt ins Feuer einwandfrei funktioniert. Wichtiger als das Schweißmittel ist die Technik, sauberes genügend großes Feuer,ständig steigende Temperatur und schnelles, zeitgenaues Arbeiten. Gerade Anfänger sollten sich nicht auf diese Diskussion versteifen sondern sich das Schweißen von Baustahl mit Sand mal von einem alten Schmied zeigen lassen. Wer das dann beherrscht kann wenn er das dann noch will experimentieren. Erfahrene Damastschmiede wie Walter oder Maik kommen bei ihren Damastpacketen denke ich auch ohne experimentieren mit Chemikalien aus, bei denen man nicht unbedingt tief durchatmen sollte. Ich jedenfalls werden kein Blutlaugensalz oder Salmiak ...  verwenden.
22 May 2012 at 20:50
Diese Diskussion gibt es im Blauen zur genüge mit Pro und Contra,nur wenn Ulrich Gerfin auf diese Mischung schwört aber Achim Wirt keinen unterschied bemerkt,dann geht eben auch diese Diskusieonen ins leere,nur das finde ich schade,denn da bleibt es immernoch im Hinterkopf.
Das mit Baustahl und andere einfach Verschweißbaren dürfte klar sein,aber auch Dening schreibt wann es besser ist Borax/Mischungen zu verwenden.

Gruß Maik
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24 May 2012 at 08:41
Hi Maik.
Hab das Gemisch an der Standardmischung 1.2842 mit 1.2767 verwendet. An einigen Schweißstellen die einfach nicht binden wollten hats dann damit funktioniert, alle anderen Parameter aber sicher gleich. Hab keine Wissenschaft draus gemacht, ging eben.
Kläus: Danke für die Ergänzung!! Egal welches Flußmittel, wenn nicht alle anderen Vorraussetzungen stimmen wirds so und anders nix!!
Ein Thema theoretisch zu zerkauen ist eine Sache, hinausgehen, anwärmen und draufhauen, eine andere!
Danke nochamoi.

Walter
24 May 2012 at 12:34
Na das ist doch schon mal womit man anfangen kann,wenn alles reibungslos funktioniert,dann weiß man ja nie ob es mit Mischung/Wasser-freiem  oder Borax Normal besser geht.
Also Fehler machenund experimentieren und natürlich hier kundtun.

gruß Maik
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30 May 2012 at 10:46
Wie schon gesagt man kommt zurecht, wenn ich die Möglichkeit hätte würde ich es aber Wasserfrei nehmen.


Hallo Eisenbrenner, woran scheitert die Benutzung von Borax anhydrid?  

Für meine Schweißübungen benutze ich Borax anhydrid aus der Apotheke. 1kg kostet ca  14€, 5kg  kosten ca 35€. Wenn hydrides Borax 50% Wasser enthält, und 3€/kg kostet, wären die Preise vergleichbar. Sollte ich mir jetzt einen Lebenszeitvorrat anlegen bevor die Quelle versiegt?



Gruß Holger 


2 June 2012 at 00:49
@natto
falls Du noch Borax bekommst, lege Dir einen Lebensvorrat an. Ich habe in der Apotheke in meinem Ort kein Mykrogramm bekommen; dafür eine ausführliche Belehrung wie giftig und gefährlich - erbgutverändernd - Borax sei. Komisch ist, dass meine Uhrahnen alla Schmiede waren und jeder  männliche mind. 4 einer sogar 11 Kinder hatten (die meisten feierten so 80 Geburtstage). Tja so gefährlich ist das Zeug.
Also kaufe soviel Du zu brauchen glaubst - Dank EU wird der Handel verboten für Nichtgewerbetreibende.
(Helfen uns vielleicht nette gewerbetreibende Forenmitglieder????wäre ja möglich??)
Peter
2 June 2012 at 14:03
Hallo Natto,
anhydrit ist Wasserfrei, damit sollte die Schweißung relativ gut funktionieren.
Ich hab das Anfangs auch benutzt, da ich 100g geschenkt bekommen habe.
Für das Hartlöten sollte es wohl nicht vollkommen wasserfrei sein, da es dann beim Auftragen nicht so gut haftet .

Aber auch das normale Borax funktioniert, bei der Stirnseite kleineren Paketen von auch mal unter 9mm kann es aber sein, das es nach dem Auftragen schwammartig aufquillt und vor dem Schmelzen daneben ins Feuer fällt.
Und es klaut natürlich etwas Hitze weil das gebundene Kristallwasser raus muß.

Ich finde gerade am Anfang sollte man eher schauen die Anzahl der möglichen Fehler zu minimieren und sich für das weniger zickige Schweißmittel entscheiden.
Wenn du genügend Lagerplatz hast kauf dir den Lebensvorrat, den solltest du aber trocken lagern da es sonst die längste zeit Anhydrit war -> das Zeug wird bestimmt nicht mehr günstiger.

Ansonsten würde ich das locker sehen, jeder kann sich ein Kleinstgewerbe anmelden, sogar ohne zusätzlichen Papierkram, und auch so kann man es ja noch kaufen z.B. im 25 Kilo Pack bei  Markus Balbach, wenn man dort vorher einen Zettel ausfüllt.
Und wie schon gesagt, es ist im Kaviar als Nahrungsmittelzusatz ...

5 June 2012 at 16:55
Wenn ein Gewerbeschein reicht, ist der Nachschub ja gesichert:)

Mein Borax quillt beim Auftragen auch auf und fällt manchmal daneben. Es müsste aber noch einigermaßen wasserfrei sein, ein Auskochen des Wassers ist nicht zu sehen. Beim Aufschäumen wandert es auch gern auf Holzkohlestückchen.

Fehler vermeiden werde ich weiter üben. Mal sehen, ob ich aus meinen bisherigen Werken einen Barren schweißen kann;) 


Gruß Holger
5 June 2012 at 17:41
@natto
Wie hast du es aufgetragen ? wie geschrieben habe/kenne ich das Problem des aufschäumens nicht mehr seit dem ich einen Steuer benutze,etwa Kirschrot (meist höher) nehme ich das Paket aus der Gasesse und streue es drüber/in einem alten Kochtopf ruhend mit Borax ab.

Heute gehen meine zwei Säcke auf reise zu mir,wenn es da ist,werde ich mal nachfragen ob die an Jedermann/Frau verkaufen,nach Schein jeglicher Art wurde nicht gefragt und ob sie den Preis beibehalten.
Mit den 3 Sack + werde ich wohl eine weile auskommen.

Gruß Maik
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