Werkzeug selber schmieden. Selbst ist der Schmied!

18. Juli 2012 um 22:57
Hallo zusammen,

ich kriege irgentwie immer öfter mit dass sich Leute Schmiedehämmer im Internet oder anderswo kaufen. Hauptsächlich wurde hier im Forum über Frima Krenzer geredet. Nichts gegen die Firma!! Man hört nur gutes!!!

Ich für meinen Teil hab mich schon sehr früh dafür entschieden, dass ich alles Werkzeug das man selbst herstellen kann auch selber herstelle. Und ich muss sagen das macht mir mittlerweile am Schmieden fast am meisten Spaß, Werkzeug zu schmieden!
Auch Habermann hat schon gesagt dass man Werkzeug nicht kaufen soll
Ich muss sagen mittlerweile hab ich auch schon so gut wie alles gemacht. Und man kriegt echt Übung. Beim Schmieden eines Hammers aus einem 40ger Vierkant hab ich letztens nur 6 Hitzen gebraucht um das Loch zu machen...

In diesem Sinne stell ich hier mal zwei meiner Schmiedehämmer rein die ich gemacht hab.

Den Hufschmiedehammer hab ich schon vor einer Weile mal gemacht, den Schwedenhammer kürzlich erst.
Beides aus meinem Allzweckmaterial C45, 40ger Vierkant.


Hufschmiedehammer 1 kg:

Hufschmiedehammer.jpg

Hufschmiedehammer2.jpg


Und Natürlich mein Absoluter Favorit als Schmiedehammer:
Schwedischer Schmiedehammer 1,5kg:

Der Stiel (natürlich auch selbst gemacht) is unten leider an einer knochigen Stelle gebrochen...

CIMG0001.jpg

CIMG0002.jpg

CIMG0003.jpg


Das is nur ein Einblick. Wenn ich mit den Sachen wie Kehlhammersatz (Radius 8; 30 und 40 hab ich schon gemacht) und Gesenkreihe fertig habe dann setzt ich die hier noch dazu.

Das wars dann erstmal.
Gruß
Willi

www.schmiedekunst-weyer.de
Zuletzt bearbeitet: 30. Juni 2014 um 10:41, Wilhelm Weyer
18. Juli 2012 um 23:42
Erstaunlich Willi du bist ein verdammt- begabter Kerl. Meine Hochachtung.

Gruß Red
19. Juli 2012 um 12:52
Hallo Willi,

Grundsätzlich gebe ich Dir Recht! Ein Schmied kann und sollte sein Werkzeug selber schmieden. Deine Beispiele sind übrigens hervorragend gelungen!
Aber ich gebe folgendes zu bedenken:
Man benötigt schon etwas Erfahrung, und auch das richtige Equipment: eine große Esse, um z. B. 40ger Vierkant zu erwärmen, große Zangen, Dorne, u.s.w. Dies steht nicht jedem Anfänger ohne weiteres zur Verfügung.

Ich persönlich habe mal einen "Mittelweg" versucht, und aus einem 1kg Fäustel einen Schmiedehammer geschmiedet. Das ging ganz gut, und das Loch war schon drin.
1_kg_Hammer.jpg
Fazit: Es gibt immer mehrere Wege

Viele Schmiedegrüße, und weiter so!

DerSchlosser
Ein Hoch dem ehrbaren Schmiedehandwerk!
19. Juli 2012 um 18:32
Finde ich total gut Willi was Du da machst.
Hab gestern auch ein paar Hammerköpfe geschmiedet und dabei festgestellt dass es garnicht so einfach ist.
Allerdings hab ich mir Stiele vom Habermann Hammer besorgt und dann einen passenden Dorn gemacht.
Da kann ich halt nicht mit dem Dorn im Hammerkopf überschmieden weil das Loch sonst nicht mehr passt.

Hab mir auch überlegt ob ich das Loch größer machen soll und den Stiel dann einkleben so wie beim Hofi Hammer

Auf jeden Fall finde ich Deine Hammer sehr gut gelungen und es ist sicherlich ein erhebendes Gefühl wenn man mit Werkzeug arbeitet das man selbst gemacht hat.

Viele Grüße Peter

meine Homepage

Einfach nur schön das Schmiedeleben



19. Juli 2012 um 19:15
Peter hats mir aus dem Munde genommen, das es schon was besonderes ist, mit seinem eigens hergestellten Werkzeugen zu arbeiten. Man hat quasi das Grundlegende geschaffen, mit dem man das Ergebnis herstellt.

Eine absolut gut gelungene Arbeit. Hab ich dir  ja auch schon an eines der Bilder in deiner Gallerie geschrieben.

Und jetzt nochmal: Willi du bist mir ein fleissiger und tüchtiger Jung!

Weiter so. Du bist noch Jung und auf solche Erfahrungen kannst du ein lebenlang zurück greifen!

Wenn dann noch die Wärmebehandlungen perfekt sitzen, ist das viel mehr Wert als gekaufte Ware!


Ingo

 
http://naabtal-klinge.de/

........ Eins bist du dem Leben schuldig, kämpfe! oder trags mit Ruh - Bist du Amboss, sei geduldig. Bist du  Hammer schlage zu!..........

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Es sind die Fantasten, die die Welt in Atem halten und nicht die Erbsenzähler!
20. Juli 2012 um 22:20
Hallo zusamm,

Erstmal danke für die Blumen natürlich!

Ihr habt ja Recht....
Nich jeder hat das Equipment und die Erfahrung nen 40ger Vierkant zu lochen und so weiter.
Die Lösung vom Schlosser is da schon sehr gut finde ich. Und die Wärmebehandlung kann man schon schön üben.

Worum es allerdings eigentlich geht ist denke ich die Grundeinstellung. Der selbstgeschmiedete Schmiedehammer ist immer das beeindruckenste Beispiel für selbstgeschmiedetes Werkzeug.
Aber ich denke es gilt für alles andere auch. Ob man jetzt in den Baumarkt geht und sich zwei Meißel kauft um diese dann umzuschmieden oder es am Anfang erstmal garnicht darum geht dass die erste selbstgeschmiedete Zange eine bestimmtes Werkstückmaß greifen kann sondern dass die Hauptsache ist dass sie funktioniert (eigene Erfahrungen).

Wichtig finde ich dass man als Schmied jedes Problem selbst versucht zu lösen. Es muss ja auch nich immer klappen....
Den ersten Lochhammer den ich geschmiedet hab hab ich aus Baustahl geschmiedet weil ich von Stahlsorten und Wärmebehandlung keine Ahnung hatte!!
Gewundert hab ich mich nur als das gute stück dann bei der Arbeit ganz schnell verbogen is

Wenn man es aber immer wieder angeht Probleme zu lösen, dann sammelt man viele Erfahrungen! Und diese helfen einem später ungemein um ein Gespür für das Material und die Arbeit zu haben.
Ich kann wenn ich ein Werkstück ins Feuer legen, mich wegdrehen und dann blind sagen wann es die Schmiedetemperatur hat!! Aber nicht weil ich ein Genie oder so was bin!! Sondern weil mir oft genug meine Arbeiten verbrannt sind...

Also in diesem Sinne!
Gruß
Willi



Ps: @Peter: Jaaa das Gefühl is geil!!!
www.schmiedekunst-weyer.de
Zuletzt bearbeitet: 20. Juli 2012 um 22:20, Wilhelm Weyer
23. Juli 2012 um 21:05
JO was ich an Vorhaben in der Lade liegen habe! Hammer, Zange und und und Werkzeug. Vorhaben die ich zeitlich einfach nicht auf die Reihe bekomme. Immer kommt mir was anderes dazwischen. 

Sollte mir mal endlich Zeit für mein Werkzeug nehmen, am besten wäre einfach anzufangen .

Sehr schön gearbeitete Hämmer Willi!

Gruß 

Was man nicht tut, geschieht auch nicht
23. Juli 2012 um 22:12
Hi Willi und alle anderen.

Ich gehe nun auch dazu über meine eigenen Werkzeuge selber zu Schmieden. Wie Du (Ihr) Gesehen habt habe ich mir meinen eigenen Ballhammer geschmiedet und auch gehärtet. Dieser Hammer ist nun genau so wie ich ihn haben wollte.
Etwas leichter als der normale Hufschmiedehammer aber um 2,0 cm. länger!! Da ich mit derm gekauften mir immer beim planschmieden die Fingergelenke auf der Amboßbahn geschlagen habe. ( Han wohl zu dicke Finger ) Das störte ungemein und deshalb der verlängerte Hammerkopf.

Gruß der pit03.
4. August 2012 um 23:15
Hallo zusammen,

hier die Ergebnise dieser Woche: MISSION COMPLETED!!!


Hier alle zusammen:
CIMG0099.jpg


Die beiden mit je einer Flachen und einer Rund geschliffenen Bahn. Der Kleine 1kg, der Große 1,8kg. Der Große hat durch sein Gewicht und die relativ kleine Fläche ganz ordentlich Bums, vor allem mit der runden Bahn beim Recken!
CIMG0100.jpg


Hier alle Schwedenhämmer zusammen 1,5kg; 1kg; und 0,6kg
CIMG0101.jpg


Und hier noch ein kleiner Kugelhammer, 500Gramm. Ideal für kleine Nieten:
CIMG0102.jpg

Ich hoffe euch gefällts.

Gruß
Willi



www.schmiedekunst-weyer.de
5. August 2012 um 10:57
Toll Willi, bist Du aber fleißig.
Viel Spaß beim Schmieden mit diesen schönen Hämmern.

Viele Grüße Peter
meine Homepage

Einfach nur schön das Schmiedeleben



5. August 2012 um 12:08
Sehr hübsch!

Gefallen mir ausnehmend gut.
11. August 2012 um 11:12
Hey Willi...

Spitzen Hämmer hast du da gemacht!!!

Könntet inr mir erklären wie ihr die härtet?

freundliche Grüße

Nils
14. September 2012 um 08:21
Guten morgen zusammen,

Gestern hab ich wieder was fertiggestellt.
Einen Kehlhammersatz, einen Setzhammer und noch ein 20ger Rundgesenk.
Zu den Kehlhämmern:
Einen Hammer mit 10mm Radius hatte ich schon. Also hab ich jetzt die Radien 20mm, 30mm und 40mm noch gemacht. Vielleicht mache ich mal irgentwann wenn ich zu viel Zeut hab noch einen 15mm und einen 50mm. Aber auch nur vielleicht.

Hier die Bilder:

CIMG0252.jpg

CIMG0254.jpg

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Gruß
Willi
www.schmiedekunst-weyer.de
Zuletzt bearbeitet: 14. September 2012 um 17:32, Wilhelm Weyer
14. September 2012 um 10:40
Sehr schön,

ich bin gespannt, was du darüber zu berichten hast wenn sie einige hundert Stunden auf dem Amboss hinter sich haben.
Grundsätlich gebe ich dir recht mit deiner Einstellung. Jeder Schmied sollte sich sein Werkzeug selbst herstellen können. Ich habe mir zwei Hämmer, die so nicht im Handel erhältlich waren selbst geschmiedet und sie sind noch immer in Gebrauch.
Alllerdings ist das Schmieden von Hämmern aufwendige Schwehrarbeit. Ich kann jeden Schmied verstehen, der sich das erspart und sich lieber auf sein Handwerk oder seine Interessen konzentriert.
Ist es vielleicht einfach eine Frage der Philosophie? Ich z.B. schmiede keine Dinge, die ich für kleines Geld in sehr guter Qualität auch kaufen kann. Aber vielleicht bin ich da zu sehr Pragmatiker.
Hauptberuflich bin ich z.B. Informatiker, werde jedoch einen Teufel tun und mir meinen Computer selbst bauen. Den kaufe ich schön bei den Gebrüdern Albrecht

Bitte nicht in den falschen Hals bekommen. Wenn es dein Ziel war schöne Hämmer herzustellen, das ist dir aus auf den ersten Blick auf jeden Fall gelungen. Und mit dem eigenen Werkzeug zu arbeiten hat, zumindest eine ganze Weile lang, einen ganz besonderen Reiz.

Grüße
Cord




http://www.der-grobschmied.de/