Hallo Johannes,
mir fallen verschiedene Aspekte ein:
Wie Lutz (Hacheschmied) schon sagte ist es eine entspanntere Position. Allerings ist die Bewegungsfreiheit und die Reichweite eingeschränkt. Man kann also nicht um den Amboss tanzen wie ein Kunstschmied es zeitweise tut

Wenn du jedoch nur Schwerter oder Klingen schmieden willst (so wie die Japaner...Klichee

) dann brauchst du diese Bewegungsfreiheit garnicht und dann ist die Position vielleicht durchaus vorteilhaft.
Bedingung ist natürlich, dass deine Knie das Ganze mitmachen

Wobei ich die Lösung von Lutz durchaus interessant finde!
Ein weiterer Punkt ist der Hammer. Oft sind die Stiele, oder manchmal sogar die Köpfe der Handhämmer leicht gekrümmt.
Beispiel Video (es wird viel rumgelabert, aber nach 15min sieht man das schmieden)
Ich denke, dass diese Biegung durchaus ihren Sinn hat. Da man ja vor dem Amboss sitzt und nicht so wie sonst daneben steht kann man den Arm nicht ganz durch schwingen.
Physiologisch ist eine Biegung, aber auch die kopflastige Hammerform also sinnvoll.
Ebenso ist die besondere Hammerform gut geeignet um Schneiden anzusetzten. Sieht man im Video z.B. bei 19:30 min mal kurz.
So wie ich das sehe bringt die Kopflastigkeit ein anderes Schwingverhalten und erfordert eine andere Armhaltung um gerade auf das Werkstück zu treffen und da muss man sich eben drauf einstellen.
Ich habe selber noch nicht ausführlich mit einem japanischen Hammer geschmiedet. Allerdings steht ein kleiner 1kg Japaner schon auf meiner Liste und wird in den nächsten Wochen sicher mal angefertigt.
Ich kenne das Schwingverhalten jedoch von verschiedenen Treibhämmern, die eine ähnliche Geometrie haben.
Zu den Vorschlaghämmern kann ich nur sagen, dass sie mir eher leicht vorkommen. Während die Vorschlaghämmer bei uns meistens 5kg wiegen kommen die auf dem Bild und im Video in die Ecke von ca. 3kg (schätze ich).
Wenn man sich anschaut, dass ich z.B. gerne mal einen 3kg Hammer mit einer Hand bediene, dann ist die Arbeit mit solch einem leichten Vorschlaghammer natürlich mehr darauf ausgelegt, dass der Zuschläger mit viel Schwung arbeitet.
Das sieht man auf deinem Bild ja ganz gut.
Ich denke aber, dass die Form des Hammers aber auch der lange Stiel ihren Teil dazu beitragen, dass man doch recht gut mit Schwung arbeiten kann und sich auch nicht so tief runterbeugen muss wie es zunächst scheint.
Ähnliche Hämmer siehst du in diesem
Video ganz eindrücklich in Aktion!
Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen!
Gruß
Willi
Edit:
Wer so einen Hammer mal ausprobieren möchte ohne sich direkt einen zu schmieden oder zu kaufen, der kann von einem Kugelhammer das Kugelende abschneiden und hat dann einen ziemlich kopflastigen Hammer, der einem Japaner schon nahe kommt.
Nur so ne Idee
Zuletzt bearbeitet: 29. April 2013 um 09:45,
Wilhelm Weyer