Google Translator

Wikingerzeitliches Messer

[ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Neueste Beiträge zuerst ]


Xerxes

33, Männlich

Beiträge: 130

Wikingerzeitliches Messer

von Xerxes am 09.01.2015 21:22

Hier nochmal ein kleines. Dieses Messer enspricht von Größe und Form den wikingerzeitlichen Funden aus Haithabu. Auch die typisch skandinavische Grifform wurde genau so gefunden.

 

Die Klinge ist komplett aus selbst verhütteten Material. Rücken aus P-haltigen Eisen aus norddeutschem Raseneisenerz. Direkt aus der Luppe gezogen, also nicht gefaltet. Die Schneidleiste ist aus C-haltigen Stahl (ca. 0,8%) aus Magnetitsand von der Ostseeküste. 5 mal gefaltet. Die Klinge ist zwar am Bandschleifer in Form gebracht aber gefinished wurde ausschlißlich auf skandinavischen Sandstein.

Der Griff ist aus Riegelahorn. Bei den historischen Funden waren die meisten Griffe aus Esche oder Ahorn. Die Oberfläche ist nicht geschliffen sondern geschabt. Die Klinge ist nicht eingeklebt sondern einfach mit Übermaß in den Griff gepresst.

Die Lederscheide ist aus selbst gegerbten Leder. Ein Freund von mir macht dieses Leder aus seinen Ziegen mit einer Grubenggerbung mit Rinde und Gehirn (für das Fett). Der Faden ist handgesponnener Wollfaden mit Krappwurzel gefärbt;-)

Viel Spaß beim Gucken:

P1020549.jpg

P1020551.jpg

P1020552.jpg

P1020555.jpg

 

Gruß Jannis


www.xerxes-knives.de

Wer sich verbrennt, beherrscht das Spiel mit dem Feuer nicht!

Antworten

Ilmarinen

53, Männlich

Beiträge: 398

Re: Wikingerzeitliches Messer

von Ilmarinen am 09.01.2015 21:27

Hi Janis,
das Ganze ist ein Genuss. Da läuft einem echt der Sabber aus den Mundwinkeln

Absolut stimmig und der Kontrast von Stahl und dem porigen Luppeneisen finde ich sehr schön.

Grüße

Jörg

Antworten

unsel

54, Männlich

Moderator Rennofen

Beiträge: 431

Re: Wikingerzeitliches Messer

von unsel am 09.01.2015 21:33

Grosses Kino!!!!
Ist allen klar was Jannis hier zeigt?
Das ist eine Arbeit die sich eigentlich nur ein Museeum leisten kann.

Wäre es dir recht wenn wir das ins Rennfeuerforum verschieben, damit jeder den Bezug zu dieser Leistung auf den ersten Blick richtig einschätzt?

Gruß Rom. 

Antworten

PARX

42, Männlich

Beiträge: 193

Re: Wikingerzeitliches Messer

von PARX am 09.01.2015 21:55

Hallo Jannis,

das ist eine ganz großartige Arbeit von Dir. Sehr schön finde ich Deinen durch und durch authentischen Ansatz, auf moderne Materialien beim Färben oder Kleben zu verzichten.

Kannst Du schätzen, wie viele Manntage Du an diesem Messer gearbeitet hast (Erz sammeln, verhütten, ausschmieden, etc.)?

Viele Grüße!

Antworten

pit03

59, Männlich

Beiträge: 943

Re: Wikingerzeitliches Messer

von pit03 am 09.01.2015 22:13

Ich Zolle auch absoluten Respeckt von der Leistung den Janis betreibt.

Ich habe zwar auch Eisenluppen fabrieziert, aber mich mit der weiteren verarbeitung usw. noch nie beschäftigt.

Hochachtung von der Arbeit.

Der pit03.

Antworten

Xerxes

33, Männlich

Beiträge: 130

Re: Wikingerzeitliches Messer

von Xerxes am 09.01.2015 22:50

Hi Leute, freud mich wirklich, dass euch das Messer gefällt. Und ja, wer selber nicht mit solchem Material arbeitet, kann das vielleicht schlecht nachvollziehen, wie viel Arbeit da tatsächlich drinsteckt. Find ich aber gar nicht so schlimm

@ Romain, klar kannst du den Thread verschieben

Gruß Jannis


www.xerxes-knives.de

Wer sich verbrennt, beherrscht das Spiel mit dem Feuer nicht!

Antworten

Klaeus
Gelöschter Benutzer

Re: Wikingerzeitliches Messer

von Klaeus am 10.01.2015 08:51

Sehr schönes Messer, da steckt wirklich ne Menge Arbeit und Können drinnen.

Hab ich das richtig verstanden, dass die Schneidlage nicht eingelegt sondern aufgesohlt wurde? Hast du die Klinge n bisschen angeätzt, oder ergibt sich der Farbunterschied durch das Schliffbild?

Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.01.2015 08:53.

Xerxes

33, Männlich

Beiträge: 130

Re: Wikingerzeitliches Messer

von Xerxes am 11.01.2015 12:50

Hi Klaeus.

Jep, die Schneidleiste ist aufgesolt und die Klinge nur geschliffen, nicht geätzt. Beim Ätzen erscheint der P-Stahl meist heller als der C-Stahl. Beim Schleifen kommt es stark auf den verwendeten Stein an. Ich hab mich hier für einen Sandstein mit sehr weicher Bindung und mittelharten Schleifpartikeln entschieden. Körnung ca. 300-400. Wenn man mit viel Druck, langsamen Bewegungen und viel Wasser schleift, wird der Kontrast besser, das Schliffbild insgesamt jedoch deutlich gröber und etwas fleckig. Mit schnelleren Schleifbewegungen, weniger Druck und einer dickeren Schleifpaste wird das Schliffbild schöner, der Kontrast ist jedoch nicht so deutlich. Man muss eben viel probieren

Ach ja, diese Angaben beziehen sich natürlich nur auf diesen konkreten Steintyp


www.xerxes-knives.de

Wer sich verbrennt, beherrscht das Spiel mit dem Feuer nicht!

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.01.2015 12:52.

Klaeus
Gelöschter Benutzer

Re: Wikingerzeitliches Messer

von Klaeus am 11.01.2015 17:43

Alles klar, vielen dank.

Sagmal da du dich ja mit der Materie beschäftigst. Warum wurde zur Zeit der Wickinger die Schneidleiste meist aufgesohlt und später eingelegt? Eine eingelegte Schneide sollte doch theoretisch belastbarer sein, besonders wenn der Rest P haltig ist, oder liege ich da falsch? Ich habe hier einige Äxte, Sichelmesser usw. die ca 200 Jahre alt sind und überall wurde eingelegt. Was könnte denn der Grund/Unterschied beider Techniken sein? Schließlich waren die Schmiede ja auf einem sehr hohen Stand. Die wussten genau was sie machen. Kannst du mir da weiterhelfen?

Antworten

« zurück zum Forum