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Rekonstruktion eines Keltischen Kuppelofens aus dem Siegerland

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Steffen

36, Männlich

Beiträge: 522

Re: Rekonstruktion eines Keltischen Kuppelofens aus dem Siegerland

von Steffen am 12.11.2017 20:53

Die Frage, die ich bereits aufwarf, ist wohl, ob ein Kohlenlager zwangsweise hätte Spuren hinterlassen müssen. Marie sagt zurecht, dass die Kelten bestimmt keine Planen hatten. Ich wage dazu keine These aufzustellen, da mir jede Ausgrabungserfahrung fehlt.

2 Dinge:

1. Kaliber. Die Holzarbeit wurde seinerzeit mittels Äxten oder Messern gemacht, Sägen gab es keine. Wir müssen also entweder von Holzscheiten(funktioniert nicht) oder von Reisig und Hackschnitzeln ausgehen.

2. Erzzugabe: Kann es sein, dass nicht mehrere Beschickungen Brennstoff/Erz erfolgten, sondern nut eine große Charge Erz auf einen fertigen, heiß brennenden, Kohlenhaufen?

Grüße aus dem Oberberg

Steffen

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unsel

55, Männlich

Moderator Rennofen

Beiträge: 472

Re: Rekonstruktion eines Keltischen Kuppelofens aus dem Siegerland

von unsel am 12.11.2017 21:19

Ein Kohlelager würde keine Spuren von Bedeutung hinterlassen.
Um die Überreste von Verhüttungsstellen/Rennöfen herum gibt es zwar immer festgetretene Holzkohle und Erzreste in der sogenannten Laufebene, aber von wirklicher Bedeutung sind in diesem Kontext tatsächliche Meilerstellen in Form von Gruben.
Man geht nach aktuellem Wissensstand davon aus dass man in der Latenezeit  Kohlen in Gruben hergestellt hat so wie es heute noch im Senegal praktiziert wird.

Gruss Rom.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 12.11.2017 21:20.

Steffen

36, Männlich

Beiträge: 522

Re: Rekonstruktion eines Keltischen Kuppelofens aus dem Siegerland

von Steffen am 12.11.2017 22:01

Das heißt, dass eine Kohlenlagerung in Form von kurzzeitiger Anhäufung keine speziellen Spuren erwarten ließe, somit sie weiter als wahrscheinlich gelten kann.

Grüße aus dem Oberberg

Steffen

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Glienicker

44, Männlich

Beiträge: 2

Re: Rekonstruktion eines Keltischen Kuppelofens aus dem Siegerland

von Glienicker am 10.10.2018 21:15

Hallo Rom,

hab deine Antwort leider erst jetzt gelesen. Auf jeden Fall vielen Dank für den Bericht!!!

Die Versuche von Manuel Zeiler kenne ich auch, dieses Jahr wurde von ihm wieder genau dasselbe gemacht wie im Vorjahr, obwohl sich bereits dort klar gezeigt hatte, dass der von ihm und einem großen Team gebaute Kuppelofen so nicht funktioniert ... Ich als Archäologe verstehe ehrlich gesagt absolut nicht, was dort gemacht wird, zumal die Ausgräber der gut erhaltenen Kuppelöfen an den Versuchen beteiligt sind und es meiner Meinung nach eigentlich besser wissen müssten. Nach Zeilers Versuch im letzten Jahr, den er bei uns in Berlin auch auf einer Tagung an der Uni kurz vorgestellt hat, habe ich mir auch mal Gedanken gemacht gehabt, wie die Siegerländer Kuppelöfen funktioniert haben könnten. Erst danach habe ich hier von eurem Versuch gelesen und freudig festgestellt, dass ihr unabhängig von meinen Ideen ziemlich genau das gemacht habt, was ich mir vorgestellt hatte und dass es auch funktioniert hat. Dein ausführlicher Bericht bestätigt das noch einmal bestens, nochmal danke dafür!

Fehlversuche gehören natürlich am Anfang dazu und die habe ich auch hinter mir. Ich selbst führe jährlich Versuche mit einem anderen eisenzeitlichen Rennofentyp durch, dem sogenannten Ofentyp "Glienick" aus dem Teltow südlich von Berlin. Dazu ist mittlerweile auch einiges von mir publiziert worden. Ach, wir suchen übrigens nach einem qualitativ hochwertigen Raseneisenerz für weitere Versuche, da unsere letzten Vorräte aufgebraucht sind! Vielleicht kann da hier jemand weiterhelfen?

Dass die Kuppelöfen mit Holz statt Holzkohle gefahren worden sind, so wie es Zeiler sich vorstellt, halte ich eher für ausgeschlossen. Derselben Meinung sind auch andere Kollegen (Archäologen, Metallurgen), die sich teils schon seit etlichen Jahrzehnten praktisch und theoretisch mit der Eisenverhüttung im Rennofen beschäftigen.

Beste Grüße!

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unsel

55, Männlich

Moderator Rennofen

Beiträge: 472

Re: Rekonstruktion eines Keltischen Kuppelofens aus dem Siegerland

von unsel am 11.10.2018 09:06

Guten Morgen Glienicker,


Dein Antworten freut mich.

Ich hatte vor kurzem in Irland während eines Internationalen Rennfeuertreffens die Gelegenheit mit Mitarbeitern von M.Zeiler zu sprechen und über seine diesjährige zweite Holzreise zu hören. Das Resultat ist ebenso verlaufen wie seine erste Reise, das Resultat ist bekannt.
Zeiler und ich schrieben uns nach seiner ersten misslungenen Ofenreise und besprachen ausführlich die Problematik von Holz als Brenn und Reduktionsmaterial. In Irland musste ich mir dann erzählen lassen dass er sich bitterböse über mich beschwert hat weil ich seine Herangehensweise kritisiert habe.

Eigentlich wäre es sehr einfach dem ergrabenen Siegerländer Kuppelöfen etwas von der Ofenwand zu entnehmen, den verziegelten/verglasten Ton Analysieren zu lassen , exakt den gleichen Ton in der Umgebung dieser Öfen zu finden und diesen Ton  durch praktische Versuche unter Laborbedingungen thermisch  mit passender Athmosphäre in den gleichen Zustand zu  versetzen. 
Damit wäre der Temperaturbereich und das Brennmaterial ziemlich klar eingerenzt.

Aber jeder macht so wie er denkt.

Hochwertiges Rasenerz hätte ich genug, sogar mit Analyse . Damit kann ich also dienen.

Beste Grüsse Rom.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.10.2018 12:10.
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