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Automatenstahl???

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DerSchlosser

53, Männlich

Beiträge: 1344

Automatenstahl???

von DerSchlosser am 07.11.2017 11:45

Hallo zusammen,

habe die Möglichkeit günstig an einen kleinen Restposten Automatenstahl zu kommen

Nun ist da bekanntlich Schwefel drin...und der soll sich negativ auf die Schmiedeeigenschaften auswirken

Doch was hat das konkret für Auswirkungen? Könnte ich problemlos an 8 oder 10ner Rund eine Spitze und Schnörkel anschmieden, so als Gartenstecker / Rosenstäbe? Muß ich dabei was beachten?

Schon im Voraus Danke für eure Antworten!

Gruß DerSchlosser

Ein Hoch dem ehrbaren Schmiedehandwerk!

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Steffen

35, Männlich

Beiträge: 339

Re: Automatenstahl???

von Steffen am 07.11.2017 12:08

Meinen Recherchen nach bilden Schwefel, Phosphor oder Blei Einschlüsse, an denen die Späne brechen. Daran scheitert aber nicht die Schmiedbarkeit sondern allenfalls die Beanspruchbarkeit des Stahls. Ich würde es nehmen, wenn es sich finanziell lohnt.
Vorsichtig wäre ich allerdings beim Erhitzen, da dem Fall von Blei als Legierungselement, für Stahlwerke besondere Gesundheitsvorschriften gelten, der giftigen Dämpfe wegen.
Vielleicht ist ja der genaue Werkstoff bekannt.

Grüße aus dem Oberberg

Steffen

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Crantius

-, Männlich

Beiträge: 139

Re: Automatenstahl???

von Crantius am 07.11.2017 14:20

Der Siedepunkt von Blei liegt um 1700°C, also wäre weniger das Erhitzen als das Schleifen bzw. bei regelmäßiger Verwendung vielleicht bleihaltiger Zunder das Problem.

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Willi

22, Männlich

Beiträge: 673

Re: Automatenstahl???

von Willi am 07.11.2017 15:26

Ich hatte mal ein paar Stücke Automatenstahl in C45 Qualität.
Ließ sich soweit ganz gut schmieden, bis ich versucht habe ein Stück zu lochen. Dabei ist das Material aufgerissen.
Ähnlich wie beim Spanen ist das Matrial also auch beim Schmieden brüchiger.

Je nachdem was du damit vorhast ist das kein Problem.

Gruß
Willi

Jedes Werkzeug ist es wert von einem selbst hergestellt zu werden.

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DerSchlosser

53, Männlich

Beiträge: 1344

Re: Automatenstahl???

von DerSchlosser am 08.11.2017 11:40

hab ja auch mal Tante goggel gefragt...da ist die Rede von Rotbruch zwischen 800 und 1000 Grad.

Hat da jemand von euch mal Erfahrungen mit gemacht?

@Willi: ich würde ganz einfache Rosenstäbe daraus machen...Spitze anschmieden und Schnörkel biegen...

 

Gruß DerSchlosser

Ein Hoch dem ehrbaren Schmiedehandwerk!

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Worschdsub

41, Männlich

Beiträge: 740

Re: Automatenstahl???

von Worschdsub am 08.11.2017 19:44

Moin!

Es wird nicht allen Automatenstählen Blei zulegiert.
Aber es ist immer ne Menge Schwefel im Spiel. Und Schwefel macht Stahl rotbrüchig.

Mal von der Logik her: Da flammt man immer schön seine Kohle ab oder benutzt Koks um die S-Gehalte niedrig zu halten und kauft sich dann Stahl der mit Schwefel vollgepackt ist bis unters Dach. (Muss ich nicht verstehen?)

Automatenstahl ist gut zur spanabhebenden Bearbeitung auf Automaten bzw. CNC Maschinen weil die Späne kurz bleiben. In bezug auf kaltumform-, schmied- und schweißbarkeit ist das Zeug eine einzige Katastrophe. Habe einige Experimente mit 9S20K gemacht. Risse, Brüche... nie brauchbare Ergebnisse.

Und ob der Stahl wirklich günstig ist???

Gruß

Oli

previous proper planning prevents piss poor performance

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DerSchlosser

53, Männlich

Beiträge: 1344

Re: Automatenstahl???

von DerSchlosser am 09.11.2017 07:05

danke Olli das war eine deutliche Antwort. Ich werde das Zeug nicht kaufen.

 

Gruß DerSchlosser

Ein Hoch dem ehrbaren Schmiedehandwerk!

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Peter

52, Männlich

Beiträge: 88

Re: Automatenstahl???

von Peter am 17.11.2017 00:37

bin da ein bissle spät dran, aber
ich kann dem Oli nur beipflichten - bei dem Material geht gar nichts mit schmieden - dem Schwefel sei Dank macht´s dafür auf der Drehbank kurze Späne  .

Grüßle Peter

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